Hörsturz: Ärztin behandelt Frau bei einem Hörsturz

Hörsturz: der Infarkt im Ohr

Er kommt wie aus dem Nichts: der Hörsturz. Plötzlich hat man ein dumpfes Gefühl von Watte im Ohr und hört schlechter oder auch gar nichts mehr – maximal ein Rauschen oder Piepen. An diesen und anderen Hörsturz Symptomen leiden in Deutschland mehr als 150.000 Menschen pro Jahr. Doch wie gefährlich ist ein Hörsturz eigentlich? Welche Hörsturz Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Und ist ein Hörsturz überhaupt heilbar? Die Antworten darauf finden Sie hier!

Inhaltsverzeichnis

1. Was genau ist eigentlich ein Hörsturz?

Ein Hörsturz ist eine meist einseitige Form von Innenohrschwerhörigkeit, die ganz plötzlich und ohne erkennbare Ursache auftritt. Aus diesem Grund wird der Hörsturz auch als „Ohrinfarkt“ bezeichnet.

Die tief im Innenohr befindliche Hörschnecke, die sogenannte Cochlea, ist das eigentliche Hörorgan und für die Signalumwandlung von Schallwellen zuständig. Tiefe, mittlere oder hohe Töne werden hier jeweils in separaten Abschnitten verarbeitet und an das Gehirn weitergeleitet. Bei einem Hörsturz ist diese Signalumwandlung jedoch gestört, sodass bestimmte Töne nicht mehr bzw. schlechter wahrgenommen werden können. Die plötzliche Hörminderung kann entweder ausschließlich einen Frequenzbereich oder auch alle Frequenzbereiche gleichzeitig betreffen.

Hörsturz: Frau hält sich die Ohren zu.

Ein leichter Hörsturz verursacht in der Regel nur einen milden, kaum spürbaren Hörverlust, ein schwerer Verlauf hingegen kann sogar zu massiver Schwerhörigkeit oder Taubheit führen. Ein Hörsturz kann – unabhängig ob Mann oder Frau – in jedem Alter auftreten. Das Durchschnittsalter liegt in der Regel bei ca. 50 Jahren. Bei Kindern kommt ein Hörsturz glücklicherweise nur äußerst selten vor.

2. Welche Hörsturz Ursachen gibt es?

Bis heute ist nicht abschließend geklärt, welche Ursachen einem Hörsturz zu Grunde liegen. Es wird jedoch vermutet, dass die meist einseitige, plötzlich auftretende Hörminderung durch folgende Krankheitsbilder ausgelöst wird:

  • Durchblutungsstörungen im Innenohr
  • Fehlfunktionen von Zellen in der Cochlea
  • Virusinfekte
  • Entzündungen des Innenohrs
  • Autoimmunerkrankungen
  • Stoffwechselstörungen

 

Zudem stehen auch generelle gesundheitliche Risikofaktoren wie Nikotinkonsum, Übergewicht und Bluthochdruck als Hörsturz Ursachen im Verdacht – ebenso wie Stress und andere seelische Belastungen.

Unser Tipp: Ein aktiver Lebensstil, eine gesunde Ernährung sowie das Reduzieren von Stressfaktoren können durchaus dazu beitragen, der Entstehung eines Hörsturzes entgegenzuwirken!

Hörsturz: Wie äußern sich Hörsturz Symptome?

3. Wie äußern sich Hörsturz Symptome?

Typisch für einen Hörsturz ist ein plötzlicher, in der Regel einseitig auftretender Hörverlust, der ohne Schmerzen daherkommt – und ohne erkennbare Ursache. Betroffene können auf einmal bestimmte Tonhöhen nur noch schlecht oder sogar gar nicht mehr wahrnehmen. Dies führt – je nach Schweregrad und Ausprägung des Hörsturzes – zu einer leichten Hörminderung bis hin zu völliger Taubheit auf dem erkrankten Ohr.

Häufig kommen weitere Beschwerden hinzu oder gehen sogar als Warnsignale dem Hörsturz voraus:

  • dumpfes Druckgefühl, Wattegefühl oder Pochen im Ohr
  • pelziges Gefühl um die Ohrmuschel
  • Schwindel
  • Tinnitus (Ohrgeräusche)
  • Geräuschüberempfindlichkeit
  • Fehlhörigkeit (Töne werden verzerrt wahrgenommen)
  • Doppelhörigkeit (Töne werden höher oder tiefer wahrgenommen)

4. Hörsturz: Was tun?

Wenn bei Ihnen Hörsturz Symptome vorliegen und die Hörminderung länger als 24 Stunden anhält, sollten Sie zur Abklärung auf jeden Fall einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt besuchen. Dieser wird Ihnen im ersten Schritt ein paar Fragen stellen und im Rahmen einer HNO-ärztlichen Untersuchung prüfen, ob es sich bei der Hörminderung tatsächlich um eine Hörsturz-bedingte Innenohrschwerhörigkeit handelt. Es ist nämlich auch durchaus möglich, dass beispielsweise ein festsitzender Ohrenschmalzpfropf, ein Knalltrauma oder eine Mittelohrentzündung für den plötzlichen Hörverlust verantwortlich sind.

Handelt es sich bei der plötzlichen Hörminderung tatsächlich um einen Hörsturz, überprüft der HNO-Arzt im nächsten Schritt, wie ausgeprägt der Hörverlust ist und welche Frequenzbereiche betroffen sind. Im Anschluss wird er dann mit Ihnen das weitere Vorgehen besprechen.

Hörsturz: Untersuchung beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt
Hörsturz: Ärztin behandelt Frau mit Hörsturz

5. Hörsturz Behandlung

Da die eigentlichen Hörsturz Ursachen noch immer unklar sind, gibt es bisher auch noch keine ursächliche (kausale) Hörsturztherapie. Allerdings hat sich hochdosiertes Kortison aufgrund seiner entzündungshemmenden, abschwellenden Wirkung bewährt und gilt bei einem Hörsturz gegenwärtig als Mittel erster Wahl.

Als Standardbehandlung bei einem Hörsturz wird die Einnahme von Kortison-Tabletten über einen Zeitraum von mehreren Tagen empfohlen. Falls die Kortison-Therapie in Tablettenform nicht richtig anschlägt oder eine Tablettenunverträglichkeit vorliegt (z. B. bei Diabetikern), kann der Wirkstoff alternativ auch durch das Trommelfell direkt ins Mittelohr gespritzt werden, wo es seine volle Wirkung dann lokal und ohne Nebenwirkungen entfalten kann.

Hat ein Hörsturz eine massive Schwerhörigkeit oder sogar völlige Taubheit zur Folge, ist die Aussicht auf eine Spontanheilung – mit oder ohne Kortison-Behandlung – und ein damit einhergehendes Wiedererlangen des Hörvermögens leider relativ gering. In solchen Fällen kann aber ein sogenanntes Cochlea-Implantat (kurz: CI) helfen, das Hörvermögen weitgehend wiederherzustellen.

Generell wird übrigens empfohlen, nach einem Hörsturz jeglichen Stress zu vermeiden. Gönnen Sie Ihrem Körper – und auch Ihrem Gehör – viel Ruhe und Entspannung, um sich zu regenerieren. Und auch, wenn es Ihnen vielleicht schwerfällt: Verzichten Sie nach einem Hörsturz unbedingt auf Nikotin!

6. Wie ist die Prognose bei einem Hörsturz?

Wie ein Hörsturz im Einzelfall verläuft, lässt sich grundsätzlich nicht pauschal beantworten. Häufig ist es jedoch so, dass ein leichter Hörsturz nach wenigen Tagen spontan von allein oder durch eine gezielte Medikation ausheilt und im besten Fall keine Langzeitschäden oder nur eine minimale, kaum spürbare Beeinträchtigung des Gehörs nach sich zieht.

Bei einem schweren Hörsturz, der eine massive Hörminderung oder gar völlige Taubheit verursacht, sind die Prognosen leider etwas weniger optimistisch: Oft resultiert daraus eine lang anhaltende oder sogar lebenslange Schwerhörigkeit. Diese kann aber – je nach Schweregrad – mit einem Hörgerät oder einem Cochlea-Implantat versorgt werden.

Wenn Sie einen schweren Hörsturz erlitten haben und sich eine Beratung zum Thema Schwerhörigkeit wünschen oder mehr über Cochlea-Implantate erfahren möchten, vereinbaren Sie gern einen persönlichen Termin bei uns – unsere Hörakustikerinnen und Hörakustiker sowie CI-Expertinnen und CI-Experten helfen Ihnen gern!

Ist ein Hörsturz ein Notfall?

Nicht unbedingt! Früher galt ein Hörsturz zwar als Notfall, heute wird jedoch dazu geraten, erst einmal Ruhe zu bewahren und abzuwarten. Bei einem leichten bis mittelschweren Hörsturz trifft meist schon nach wenigen Stunden eine Verbesserung des plötzlichen Hörverlustes ein. Wenn sich jedoch keine Besserung einstellt oder gar Schmerzen, Schwindel und andere Begleiterscheinungen auftreten, sollte man spätestens nach 24 Stunden auf jeden Fall einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen!

Ist jeder plötzliche Hörverlust ein Hörsturz?

Nein! Ein plötzlicher Hörverlust kann viele Ursachen haben: eine Mittelohrentzündung, ein festsitzender Pfropf aus Ohrenschmalz, der den Gehörgang verstopft, oder ein Trauma, das durch einen lauten Knall hervorgerufen wird. Von einem „echten“ Hörsturz spricht man tatsächlich nur dann, wenn keine erkennbare äußere Ursache für den plötzlichen Hörverlust vorliegt.

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